Gerald Grosz
Gerald Georg Grosz (*15. Februar 1977 in Graz) ist ein österreichischer Politiker a. D., Unternehmer, Autor und politischer Publizist. Bekannt wurde er zunächst als Funktionär der freiheitlichen Bewegung in Österreich, später als führender Politiker des BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich). Seit seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik hat er sich als Kommentator, Kolumnist, Buchautor und YouTuber etabliert und zählt zu den bekanntesten konservativen bzw. rechtsbürgerlichen politischen Publizisten Österreichs. (Wikipedia)
Jugend und Ausbildung
Gerald Grosz wurde in Graz geboren und wuchs im weststeirischen Deutschlandsberg auf. Dort besuchte er die Volks- und Hauptschule sowie die Handelsakademie. Anschließend absolvierte er eine kaufmännische Lehre bei einer Grazer Werbefirma. Nach dem Präsenzdienst beim österreichischen Bundesheer begann er seine berufliche Laufbahn im politischen Umfeld.
Einstieg in die Politik
Bereits 1992 trat Grosz der FPÖ unter Jörg Haider und dem Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) bei. In den folgenden Jahren übernahm er verschiedene Funktionen innerhalb der Partei auf Bezirks- und Gemeindeebene.
Zwischen 1999 und 2005 arbeitete er als parlamentarischer Mitarbeiter und später als Pressesprecher des damaligen Sozialministers und Vizekanzlers Herbert Haupt sowie anschließend für Staatssekretär Sigisbert Dolinschek. Diese Tätigkeit verschaffte ihm früh Einblick in die Bundespolitik. (Wikipedia)
Wechsel zum BZÖ
Als sich 2005 das BZÖ unter Jörg Haider von der FPÖ abspaltete, wechselte Grosz zu der neuen Partei. Gemeinsam mit Haider gründete er den steirischen Landesverband des BZÖ und wurde dessen Landesobmann.
In den folgenden Jahren entwickelte er sich zu einem der bekanntesten Gesichter der Partei:
- Generalsekretär des BZÖ
- Spitzenkandidat bei mehreren Wahlen
- Landesobmann des BZÖ Steiermark (2005–2015)
- Bundesobmann des BZÖ (2013–2015)
Unter seiner Führung befand sich das BZÖ allerdings bereits in einer schwierigen Phase. Nach dem Tod Jörg Haiders 2008 verlor die Partei zunehmend an Bedeutung und verschwand schließlich aus dem österreichischen Nationalrat. (Wikipedia)
Mitglied des Nationalrates
Von 2008 bis 2013 war Gerald Grosz Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat.
Zu seinen politischen Schwerpunkten gehörten unter anderem:
- Kritik an einer stärkeren Zentralisierung innerhalb der Europäischen Union
- Forderungen nach Bürokratieabbau
- Migrations- und Asylpolitik
- Steuer- und Wirtschaftspolitik
- Korruptionsbekämpfung
- Verwaltungsreformen
Sein politischer Stil war von einer sehr direkten und oft polemischen Rhetorik geprägt. Dadurch war er sowohl bei Anhängern als auch bei politischen Gegnern eine bekannte Persönlichkeit im österreichischen Parlament. (Wikipedia)
Rückzug aus der Parteipolitik
2015 zog sich Grosz vollständig aus der aktiven Parteipolitik zurück.
Anschließend gründete er Beratungsunternehmen im Bereich Kommunikation und Public Relations und verlagerte seinen Schwerpunkt zunehmend auf Medienarbeit und politische Publizistik. (Wikipedia)
Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl 2022
Im Jahr 2022 trat Gerald Grosz als parteiloser Kandidat bei der österreichischen Bundespräsidentenwahl an.
Obwohl er als Außenseiter galt, erreichte er rund 5,6 % der Stimmen und belegte hinter Amtsinhaber Alexander Van der Bellen und mehreren Mitbewerbern einen Platz im Mittelfeld des Bewerberfeldes. Für einen unabhängigen Kandidaten wurde dieses Ergebnis vielfach als respektabel bewertet.
Tätigkeit als Publizist
Nach seinem Ausscheiden aus der Politik entwickelte sich Grosz zu einem der reichweitenstärkeren politischen Kommentatoren Österreichs.
Seine Tätigkeiten umfassen unter anderem:
- politische Kommentare auf YouTube
- regelmäßige Fernsehauftritte, insbesondere bei oe24.TV
- Kolumnen und Gastbeiträge
- Vorträge und Rhetorikseminare
- Kommunikationsberatung
Seine Beiträge beschäftigen sich häufig mit:
- österreichischer Innenpolitik
- Europäischer Union
- Migration
- Meinungsfreiheit
- Wirtschaft
- Corona-Politik
- internationaler Politik
Seine pointierte und häufig provokante Ausdrucksweise sorgt regelmäßig für öffentliche Diskussionen. Befürworter sehen in ihm einen scharfen Regierungskritiker, Kritiker werfen ihm eine stark zugespitzte und polarisierende Rhetorik vor. (Wikipedia)
Bücher
Gerald Grosz veröffentlichte mehrere politische Sachbücher. Zu den bekanntesten zählen:
- Was zu sagen ist … (2020)
- Im Karussell des Wahnsinns (2020)
- Freiheit ohne Wenn und Aber (2021)
- Zeit für Sauberkeit (2022)
- Der perfekte Untertan (2024)
- Merkels Werk – Unser Untergang (2025)
Die Bücher behandeln überwiegend aktuelle politische Entwicklungen und vertreten eine regierungskritische sowie konservativ-liberale Sichtweise. Einige seiner Veröffentlichungen erreichten in Österreich hohe Platzierungen auf Sachbuch-Bestsellerlisten. (Wikipedia)
Privates
Gerald Grosz lebt in Graz. Er ging 2013 eine eingetragene Partnerschaft mit seinem langjährigen Lebensgefährten ein und war damit der erste offen gleichgeschlechtlich verpartnerte Nationalratsabgeordnete Österreichs. (Wikipedia)
Bedeutung in der österreichischen Politik
Obwohl Gerald Grosz heute kein aktives Parteiamt mehr ausübt, gehört er weiterhin zu den bekannten politischen Stimmen Österreichs. Während seine parlamentarische Laufbahn vor allem mit dem BZÖ verbunden war, wird seine öffentliche Wahrnehmung heute stärker durch seine Tätigkeit als Autor, Medienkommentator und politischer Publizist geprägt. Seine Beiträge stoßen regelmäßig auf Zustimmung wie auch auf deutliche Kritik und tragen damit weiterhin zur politischen Debatte in Österreich bei.
Weitere Informationen und aktuelle Veröffentlichungen finden sich auf seiner offiziellen Webseite: geraldgrosz.at.