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Dr. Wolfgang Thüne

Dr. phil. Wolfgang Peter Thüne (* 4. März 1943 in Rastenburg, Ostpreußen, heute Kętrzyn/Polen) ist ein deutscher Diplom-Meteorologe, ehemaliger Fernsehmeteorologe, Umweltbeamter, Publizist und Buchautor. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er vor allem durch seine Wettervorhersagen im ZDF bekannt. Später veröffentlichte er zahlreiche Bücher und Aufsätze zu Meteorologie, Umweltpolitik und Klimaforschung und vertritt seit Ende der 1990er Jahre Positionen, die den wissenschaftlichen Konsens zum menschengemachten Klimawandel ausdrücklich in Frage stellen.

Kindheit und Ausbildung

Wolfgang Thüne wurde am 4. März 1943 in Rastenburg in Ostpreußen geboren. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs floh seine Mutter mit ihm nach Sachsen. Nach der Rückkehr seines Vaters aus französischer Kriegsgefangenschaft siedelte die Familie nach Nordrhein-Westfalen über.

Nach dem Abitur im Jahr 1962 studierte Thüne an der Universität zu Köln sowie an der Freien Universität Berlin die Fächer:

  • Meteorologie,
  • Geophysik,
  • Physik,
  • Mathematik und
  • Geographie.

1967 schloss er das Studium als Diplom-Meteorologe ab. Anschließend absolvierte er den Vorbereitungsdienst beim Deutschen Wetterdienst und legte 1969 das Zweite Staatsexamen zum Wetterdienstassessor ab.

Beruflicher Werdegang

Nach Abschluss seiner Ausbildung arbeitete Wolfgang Thüne zunächst in der Analysen- und Vorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach.

Parallel hierzu wurde er einem Millionenpublikum als Wettermoderator des ZDF bekannt. Zwischen 1971 und 1986 präsentierte er regelmäßig die Wettervorhersagen und gehörte damit zu den prägenden Fernsehmeteorologen dieser Zeit. Darüber hinaus war er 1972 beratender Meteorologe bei den Olympischen Sommerspielen in München.

1974 wechselte Thüne zum Landesamt für Umweltschutz Rheinland-Pfalz und beschäftigte sich dort mit Fragen der angewandten Meteorologie und des Umweltschutzes.

Zweitstudium und Promotion

Neben seiner beruflichen Tätigkeit absolvierte Wolfgang Thüne zwischen 1982 und 1986 ein weiteres Studium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in den Fächern:

  • Soziologie,
  • Politikwissenschaft und
  • Geographie.

Mit der Dissertation „Die Heimat als soziologische und geopolitische Kategorie und als Identitätsimpuls in der Dynamik der modernen Industriegesellschaft“ wurde er zum Dr. phil. promoviert. Seine Promotion wurde später wegen des Promotionsumfelds um seinen Doktorvater Lothar Bossle öffentlich diskutiert; die Verleihung des Doktorgrades selbst blieb jedoch bestehen.

Tätigkeit in Politik und Verwaltung

1986 ließ sich Thüne vom Landesamt beurlauben und übernahm für die Konrad-Adenauer-Stiftung eine mehrjährige Tätigkeit als Repräsentant in Brasilien mit Sitz in Rio de Janeiro.

Nach seiner Rückkehr wechselte er 1990 in das Umweltministerium Rheinland-Pfalz. Dort leitete er das Referat „Naturwissenschaftlich-technische Grundsatzfragen der Umweltpolitik“. Zeitweise gehörte er außerdem einem Klimabeirat der Bundesregierung an.

Publizistische Tätigkeit

Seit den späten 1990er Jahren widmet sich Wolfgang Thüne verstärkt der publizistischen Arbeit. Seine Veröffentlichungen beschäftigen sich mit:

  • Meteorologie,
  • Klimaforschung,
  • Umweltpolitik,
  • Energiepolitik,
  • Heimatgeschichte sowie
  • gesellschaftspolitischen Fragestellungen.

Kennzeichnend für seine Bücher ist die Verbindung naturwissenschaftlicher Argumentation mit politischen und gesellschaftlichen Bewertungen.

Schriftstellerisches Werk

Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören:

Die Heimat als soziologische und geopolitische Kategorie (1987)

Seine veröffentlichte Dissertation behandelt den Heimatbegriff aus sozialwissenschaftlicher und geopolitischer Perspektive.

Der Treibhaus-Schwindel (1998, mehrfach überarbeitet)

Dieses Buch machte Wolfgang Thüne weit über Fachkreise hinaus bekannt. Darin vertritt er die Auffassung, dass der atmosphärische Treibhauseffekt physikalisch nicht existiere und dass die Klimapolitik auf einer wissenschaftlich unzutreffenden Grundlage beruhe.

Freispruch für CO₂! (2002, Neuauflagen 2023)

In diesem Werk argumentiert Thüne, Kohlendioxid werde zu Unrecht als Hauptursache des Klimawandels angesehen. Er beschreibt CO₂ als natürlichen Bestandteil der Atmosphäre und kritisiert die aus seiner Sicht politisch motivierte Klimapolitik.

Die grüne Gefahr (2009)

Gemeinsam mit Peter Helmes veröffentlichte Thüne dieses Buch über Umwelt- und Klimapolitik. Die Autoren setzen sich kritisch mit ihrer Ansicht nach ideologisch geprägten Entwicklungen in der Umweltpolitik auseinander.

Propheten im Kampf um den Klimathron (2011)

Das Buch untersucht nach Auffassung des Autors die politischen, wirtschaftlichen und medialen Interessen hinter der internationalen Klimadebatte.

Zum Mysterium und Martyrium Ostpreußens (2012)

Gemeinsam mit Norbert Körfer widmete sich Thüne der Geschichte Ostpreußens und dem Schicksal der deutschen Bevölkerung während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wissenschaftliche Kontroverse

Wolfgang Thüne ist heute vor allem wegen seiner Kritik am etablierten Klimamodell bekannt.

Er vertritt unter anderem die Auffassung,

  • dass der atmosphärische Treibhauseffekt physikalisch nicht existiere,
  • dass Kohlendioxid keinen maßgeblichen Einfluss auf das Erdklima habe,
  • dass die heutige Klimapolitik wissenschaftlich und politisch fehlgeleitet sei.

Diese Positionen stehen im deutlichen Widerspruch zum wissenschaftlichen Konsens, wie er unter anderem vom Weltklimarat (IPCC), den nationalen Akademien der Wissenschaften und den großen meteorologischen Fachgesellschaften vertreten wird. In der Fachliteratur werden Thünes Thesen überwiegend zurückgewiesen.

Verbandsarbeit

Neben seiner wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit engagierte sich Wolfgang Thüne über viele Jahre im Bund der Vertriebenen (BdV). Er war Landesvorsitzender des BdV Rheinland-Pfalz sowie Mitglied des Bundespräsidiums. Für dieses Engagement erhielt er später die Goldene Ehrennadel des Verbandes.

Wirken in der Gegenwart

Auch im Ruhestand veröffentlicht Wolfgang Thüne weiterhin Bücher, Fachaufsätze und Kommentare. Er hält Vorträge zu meteorologischen und klimapolitischen Themen und beteiligt sich an öffentlichen Diskussionen über Energie-, Umwelt- und Klimafragen.

Bedeutung

Wolfgang Thüne zählt zu den bekanntesten deutschen Meteorologen der Fernsehgeschichte. Seine langjährige Tätigkeit beim Deutschen Wetterdienst, seine Präsenz als ZDF-Wettermoderator und seine spätere Arbeit im Umweltministerium Rheinland-Pfalz begründeten seinen fachlichen Bekanntheitsgrad.

Seine späteren Veröffentlichungen zur Klimaforschung haben ihn zu einer kontrovers diskutierten Persönlichkeit gemacht. Während Anhänger seine Arbeiten als kritischen Beitrag zur Klimadebatte ansehen, werden seine Thesen von der überwiegenden Mehrheit der Klimaforschung nicht geteilt. Unabhängig von dieser wissenschaftlichen Bewertung gehört Wolfgang Thüne zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren, die sich kritisch mit der gegenwärtigen Klima- und Umweltpolitik auseinandersetzen.