Wenn das Leben zur Last wird

... tja, was ist denn dann?

Eine Frage, die simpel, vielleicht sogar blöde, rüberkommt. Aber man kann darüber nachdenken, darüber sprechen und diskutieren, oder die Frage einfach ignorieren. So wie es viele, sehr viele Menschen eben tun. Im Wegschauen sind wir ganz groß.

Der Schritt, der einen Menschen aus dem Leben führt, ist ein großer Schritt. Die Menschen, die diesen Schritt tun, werden negativ beschrieben. Dabei verdienen sie Respekt. Den bekommen sie aber nicht, weder im Tod, noch vorher in einem Leben, welches sie anscheinend nicht mehr als lebenswert empfunden haben.

Und wer jammert am lautesten?

Es sind die, die ihr Umfeld nicht wahrnehmen oder nicht wahrnehmen wollen. Die, die nicht sehen wollen, dass es Menschen gibt, denen es nicht gutgeht, weil es ihnen nicht in den Kram passt. Und dann kommt die große und zentrale Frage:

WARUM?

Ihr Idioten! Die Frage kommt zu spät, viel zu spät. Diese Frage hätte in anderer Form viel früher, nämlich vor dem letzten Schritt, gestellt werden müssen. Aber dafür hätte man die Augen öffnen und sich des anderen annehmen müssen. Und genau das habt Ihr nicht getan. Also hört jetzt auf zu jammern und zu trauern. Es wirkt unehrlich.


Wenn das Leben zur Last wird, macht es krank.

Wenn das Leben zur Last wird, dann wächst die Sehnsucht nach dem Tod.

Wenn das Leben zur Last wird, dann ist es meist schon zu spät.


Mein Leben ist eine Last. Es hat mich krank gemacht, es hat Sehnsüchte in mir geweckt und ja, es ist nun wohl zu spät.

Erkenntnisse reifen, indem Hoffnung und Zuversicht verblassen und sich auflösen.

Meine Hoffnung auf ein lebenswertes Leben verblasst immer mehr. Ein Schimmer ist noch vorhanden, aber es braucht wohl nur noch einen Sturm, um auch diesen nebelartigen Fetzen endgültig zu zerreisen und in alle Richtungen zu verwehen.

Wie ist wohl so ist, auf der anderen Seite?

Glaube ich an ein Leben nach dem Tode?

Nein, ebensowenig glaube ich an einen Gott oder eine andere Kreatur, die irgendetwas mit der Erschaffung unserer Welt, oder gar der Menschen, zu schaffen haben könnte. Ich glaube an die Wissenschaft, nicht an Hokuspokus, ewigem Leben und Wiederauferstehung.

Also habe ich auch keine Erwartung, was mich nach dem letzten großen Schritt erwarten könnte. Da wird nichts sein. Mein Körper wird zerfallen, und hoffentlich vorher verbrennen, um dann von Nutzen zu sein. Asche ist ein guter Dünger. Endlich eine Aufgabe im Leben der anderen, die mit Bravour bei richtigem Einsatz erledigt werden kann.


Wenn das Leben zur Last wird, dann hat es keinen Sinn mehr.